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Laktoseintoleranz

Patienten vertragen den Milchzucker (Laktose) nicht, der in einigen Milchprodukten enthalten ist. Der Organismus kann das Enzym Laktase, das die Laktose spaltet und so verdaulich macht, nicht in ausreichender Menge bilden. In Deutschland sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung laktoseintolerant. Betroffene müssen sich zum Beispiel bei Milch, Quark und Sahne einschränken, mache sogar ganz darauf verzichten oder die Produkte in der laktosefreien Variante kaufen. Die meisten Hartkäsesorten enthalten dagegen durch die Reifeprozesse von Natur aus kaum mehr Laktose (darunter Emmentaler und Parmesan).

Glutenunverträglichkeit – Zöliakie

Betroffene vertragen das Klebereiweiß Gluten nicht, das in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und alten Weizensorten wie Emmer und Einkorn enthalten ist. Deshalbe müssen sie viele Lebensmittel wie Brot, Müsli, Kuchen, Knödel, Malzkaffee und Bier meiden. Eine immunologische Reaktion auf das Gluten löst eine chronische Darmentzündung aus. Betroffen sind nur sehr wenige Menschen, in Deutschland zwischen 0,1 und 1 Prozent der Bevölkerung.

Fruktosemalabsorption

Bei einer Fruktosemalabsorption ist durch den Defekt des sogenannten Glukosetransporters GLUT-5 die Aufnahme des Fruchtzuckers (Fruktose) aus dem Darm gestört. Von einer Fruktoseintoleranz sprechen Mediziner nur, wenn jemand an einem angeborenen Enzymdefizit leidet, das unbehandelt Leber und Nieren schädigen kann, aber sehr selten vorkommt – nur etwa einer von 20000 hat es. Die vergleichsweise harmlose Variante Fruktosemalabsorption ist offenbar weit verbreitet: Etwa jeder dritte Erwachsene ist betroffen, schätzt sowohl die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten als auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Unter der Diagnose sind allerdings nicht nur die Patienten zusammengefasst, die gar keine Fruktose vertragen, sondern alle, die bereits Beschwerden bekommen, wenn sie unter 25 Gramm Fruktose pro Stunde zu sich nehmen (so viel ist etwa in 400 Gramm Äpfeln oder 60 Gramm Honig enthalten). Im Gegensatz zu anderen Zuckern wie Glukose oder Galaktose, kann jeder Organismus Fruktose nur in begrenzter Menge verarbeiten. Auch die meisten Gesunden bekommen Beschwerden, wenn sie mehr als 35 Gramm Fruktose pro Stunde zu sich nehmen.